Finanzierungskonzepte und Fördermöglichkeiten

 

Eine Solaranlage kostet Geld. Wer soll das bezahlen?

Keine Bange, denn auch für diese wichtige Frage gibt es interessante Finanzierungsmöglichkeiten und auch Förderprogramme.

So gibt es für die Gewinnerschulen im Rahmen dieses Wettbewerbs einen Zuschuss von 2.500 € pro Solaranlage bzw. 850 € für begleitendes Unterrichtsmaterial.

Projektpartner SunTechnics spendiert zur PV-Anlage den "SunReader", ein internetgestütztes Fernüberwachungssystem für die SunTechnics-Solaranlage (Wert ca. 1.500 €).

Außerdem trägt die zum Januar 2004 deutlich angehobene, attraktive Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom erheblich dazu bei, dass eine Solaranlage sich "rechnet" (siehe auch unten).

Projektpartner SunTechnics hat einmal beispielhaft für eine 5 kWp-PV-Anlage in Bremen und Bremerhaven Berechnungen angestellt, die Sie nachstehend herunterladen können:

PV-Anlage Bremen:
 

Ertragsprognose   (pdf; kB123)
Liquiditätsentwicklung (pdf; kB 59)

PV-Anlage Bremerhaven:

Ertragsprognose    (pdf; kB124) Liquiditätsentwicklung (pdf; kB 59)

In dem Leitfaden "Der Weg zur Schulsolaranlage" (Info siehe Button links) werden viele Tipps gegeben, wie man das Geld für eine Solaranlage zusammenbekommt und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Eine absolut wichtige und hilfreiche aktuelle Informationsquelle sind zudem die Internetadressen www.solarfoerderung.de und www.solarserver.de .

 

Ergänzend werden nachstehend noch einige weitere Tipps und Hinweise zu Finanzierungsmodellen und Fördermöglichkeiten gegeben.

 

Finanzierungsmodelle

Zunächst einmal wäre naheliegend, dass die Schule oder der Schulträger selbst als Investor für die Schulsolaranlage auftreten. Angesichts der Etat-Situation an den Schulen sowie beim Land Bremen ist diese Möglichkeit zumindest für die Schulen in öffentlicher Trägerschaft leider so gut wie nicht gegeben (bei Schulen in anderer/privater Trägerschaft kann die Situation eventuell besser aussehen - wir empfehlen, dies jeweils abzufragen).

Auch die Gesellschaft für Bremer Immobilien mbH (GBI) und die Seestadt Immobilien als Eigentümer der öffentlichen Schulgebäude in Bremen bzw. Bremerhaven hat bekundet, nicht selbst in Solaranlagen investieren zu können/wollen.

Somit bleibt als eine der wichtigsten Fragen zu klären, wer für die Schulsolaranlage als Investor/Betreiber auftreten kann. Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten und innovativen Finanzierungsmodellen, die an anderen Schulen auch schon erfolgreich umgesetzt worden sind:


1. der Schul-Förderverein finanziert und betreibt die Solaranlage.

Grundsätzlich wäre es auch Schulfördervereinen möglich, eine Solaranlage zu finanzieren und Überschüsse aus der Einspeisevergütung wiederum für Schulzwecke einzusetzen. Unbedingt geklärt werden muss vorab, ob die Satzung des Schul-Fördervereins diesen Zweck abdeckt und das Finanzamt hinsichtlich der Gemeinnützigkeit mitspielt (siehe nachstehende Erläuterungen unter 2. !).

2. ein eigener Verein wird neu gegründet, der die Solaranlage finanziert und betreibt.

Diese Möglichkeit bietet sich an, damit nicht der Schulförderverein als Investor auftreten muss. Auch hier sind unbedingt o.g. Fragen vorab mit dem Finanzamt zu klären. Möglicherweise wird dem Solarförderverein die Gemeinnützigkeit nicht gewährt. Dann können keine Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Dass der Solarförderverein effektiv Gewinnsteuern zahlt, ist zumindest bei moderaten Anlagengrößen (z.B. 5 kWp) nicht zu erwarten, da die Einnahmen aus der Einspeisevergütung unter der Besteuerungsgrenze liegen.

Nach einer neuesten Auskunft des Finanzamts Bremerhaven bietet sich die Möglichkeit, dass Schulsolar-Anlagen bis  5 kWp Leistung als gemeinnützigkeitsunschädlicher "Zweckbetrieb" eingestuft werden, wenn diese nachweislich ausschließlich  pädagogischen Zwecken dienen. Dann kann der Verein auch die vom Solarinstallateur in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückbekommen. Die
Anfrage der Astrid-Lindgren-Schule und der Geschwister-Scholl-Schule haben wir hier dokumentiert, ebenso die Antwort des Finanzamts hierauf (Seite 1;  Seite 2).

Nicht zu allen relevanten Detailfragen hat das Finanzamt Stellung bezogen. Wir empfehlen daher dringend, das konkrete Projektvorhaben vorab mit dem zuständigen Finanzamt zu besprechen und z.B. auch die Satzung vor Gründung des Vereins abzustimmen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich vorab eine konkrete und schriftliche Stellungnahme des Finanzamtes geben lassen, in der alle relevanten Fragestellungen abgeklärt sind. 

Eine Muster-Satzung eines Schul-Solar-Vereins finden Sie hier.

 

3. Eine weitere, besonders innovative Möglichkeit besteht darin, dass eine Schülerfirma zum Betreiben der Solaranlage gegründet wird.

Dass sich eine Solaranlage gut als Betätigungsfeld für eine Schülerfirma eignet, zeigen Beispiele aus anderen Bundesländern. In Bremen wäre eine Solaranlagen-Schülerfirma ein bisher einzigartiges Modell!

Schülerfirmen haben keine eigene Rechtspersönlichkeit, sondern sind Schulveranstaltungen. Sie müssen vom Schulleiter als Vertreter des Schulträgers genehmigt werden. Soll eine Schülerfirma als Anlagenbetreiber auftreten, stellen sich noch die noch zu klärenden Fragen, wer Eigentümer der Anlage ist und ggf. auch, ob externe Einlagen/ Darlehen von Privaten als Teil der Finanzierung eingebracht werden können.
Weitere Infos:           
www.schuelerfirmen.de
                                  
www.nasch21.de

Ansprechpartnerin für Schülerfirmen in Bremen:
Claudia Schettler, LIS Bremen; Bremer Agentur Schule-Wirtschaft; Tel 0421/361-14649 ;
E-Mail: c.schettler@lis.bremen.de
 


4. Lehrer, Eltern und sonstige Interessierte gründen eine Betreibergesellschaft für die Solaranlage an der Schule

Meist geschieht dies in der Rechtsform einer "Gesellschaft bürgerlichen Rechts" (GbR), die nur wenige formal-organisatorische Voraussetzungen hat. Die Solaranlage kann dann durch (verzinsliche) Einlagen der Gesellschafter und /oder teilweise auch zinsgünstige Darlehen finanziert werden. Für eine 5 kWp -Anlage mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von ca. 25.000 € wären z.B. nur ca. 5.000 € bis 7.500 € als Eigenkapital notwendig. Allein 2.500 € erhalten die Gewinnerschulen beim Solar-Spaß-Wettbewerb als Zuschuss. Die verbleibenden 2.500 € - 5.000 €  könnten durch einen oder mehrere Geldgeber aufgebracht werden, die für ihre Einlagen auch eine recht attraktive Verzinsung erzielen können (als Alternative zu anderen Sparformen/Möglichkeiten der Geldanlage). Der Restbetrag kann über ein Darlehen der KfW-Förderbank zu sehr günstigen Konditionen finanziert werden (siehe unten).  

Hierbei unterstützt Sie unser Projektpartner SunTechnics gerne mit Informationen und seinen Erfahrungen aus bereits durchgeführten Solarprojekten.

Kurzinfo zum Vorgehen bei der Gründung einer Betreibergesellschaft siehe hier (pdf / 121 kB)

Mustergesellschaftervertrag (variabel!) siehe hier (doc / 44 kB). Eine sehr  interessante Sonderform einer Betreibergesellschaft stellt eine Solar-genossenschaft dar. Das Genossenschaftsgesetz ist im August 2006 novelliert worden und bietet jetzt eine gute und -stark vereinfachte - Grundlage für solche Genossenschaften. Der Genossenschaftsverband Nord unterstützt und berät Interessenten bei der Gründung und Einrichtung der Genossenschaft. Gründungskosten entshene etwa in Höhe von 1000 €; für die weitere obligatorische Betreuung und Prüfung der Genossenschaft fallen jährlich etwa 1500-2500 € an. Genossenschaften bieten sich für Solar-Schulprojekte besonders gut an, weil der Wechsel von Mitgliedern der Genossenschaft sehr einfach möglich ist (z.B. für Schüler, die die Schule wieder verlassen) und die Genossenschaft weitgehend insolvenzsicher ist. Weiter ausführliche Infos zu den Vor- und Nachteilen und der Gründung von Genossenschaften finden Sie unter www.geno-verband.de .

Eine aktuelle Mustersatzung für eine Solargenossenschaft finden Sie hier
 


5. Anbieter von "Solaranlagenfonds" organisieren für die Schulsolaranlage eine Beteiligungsgesellschaft

Es gibt eine Reihe von etablierten Beteiligungsgesellschaften, die z.B. Solarfonds oder andere Beteiligungsmöglichkeiten anbieten und die Gelder in Solaranlagen investieren. Durch die Erträge aus der Einspeisevergütung wird den Anlegern eine "normale" Verzinsung gezahlt
In der Regel sind für solche Beteiligungsgesellschaften vor allem große Anlagen (ab 100 kWp sprich mind. 1000-3000 qm Dachfläche) interessant. Unser Projektpartner SunTechnics und dessen Schwesterfirma Voltwerk AG bieten auch Beteiligungsgesellschaften an. Ob Ihre geplante Schul-Solaranlage dafür in Frage kommt, sollte abgeklärt werden.

Besonders passend ist es natürlich, wenn die "Kapitalanleger" auch aus dem Umfeld der Schule kommen/gewonnen werden können.

 

6. private Investoren

Für eine Schulsolaranlagen kommen aber auch noch andere private Investoren, wie z.B. Unternehmen oder auch Einzelpersonen in Frage. Gerade unter dem Aspekt der langfristig soliden Kapitalanlage und Altersvorsorge sind Solaranlagen auch für den privaten Geldanleger eine interessante Alternative zu anderen Sparformen.

 

Wie finden Sie Investoren?

Vielleicht gibt es ja bereits schon einen interessierten Investor für eine Solaranlage auf Ihrer Schule, von dem Sie bisher noch nicht wussten! Bevor Sie sich bei Kollegen, Eltern, Nachbarn und dem direkten Schulumfeld auf die Suche machen, sollten Sie vorab folgende Institutionen anfragen:

 - uns vom Projekt Solar-Spaß an Schulen
-  im Internet unter
www.solardachboerse-bremen.de
- die GBI Bremen (Ansprechpartner Lutz Kreglau, Tel.    0421/361896-46)
- die Seestadt Immobilien Bremerhaven (Ansprechpartner    Peter Schröder Tel. 0471/590-3238)
- die Energieleitstelle des Bremer Umweltsenats (Rainer   Mathia, Tel. 0421/361-4829 oder Hartmut Eichhorn, Tel.   0421/361-10601)

 

Fördermittel, Zuschussgeber, Sponsoren

 

Einspeisevergütung

Eine besonders wichtige "Förderung" stellt die Einspeisevergütung dar. Für durch eine Fotovoltaikanlage erzeugten und ins öffentliche Netz eingespeisten Strom gibt es eine gesetzlich geregelte Einspeisevergütung. Diese wird für 20 Jahre garantiert und macht eine Fotovoltaikanlage auch unter Rentabilitätsaspekten besonders interessant. Ganz besonders gilt dies, nachdem die Einspeisevergütung zum 1. Januar 2004 deutlich angehoben wurde. In der Regel gibt es demnach 57,4 Cent Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde PV-Strom, bei PV-Fassaden-Anlagen sind es sogar 62,4 Cent je kWh. Jedes Jahr sinkt der Vergütungssatz um 5% (bleibt aber dann für 20 Jahre konstant!); für im Jahr 2006 installierte Solaranlagen beträgt somit der Regelfördersatz 51,80 Cent, für im Jahr 2007 installierte Anlagen 49,21 Cent.

Wie hoch die Einspeisevergütung bei der eigenen Anlage ist, wird kostenlos berechnet unter www.solarrechner.de

 

Förderprogramm "Sonne in der Schule"

Das Förderprogramm "Sonne in der Schule" des Bundeswirtschaftsministeriums, das Fotovoltaikanlagen für Schulen pauschal mit 3000 Euro unterstützt, ist vorzeitig zum 1.7.2005 beendet worden; ein BAFA-Zuschuss für PV-Anlagen ist nicht mehr möglich. Informationen über die anderen BAFA- Fördermöglichkeiten, Merkblätter und Antragsformulare gibt es im Internet unter www.bafa.de

 

Bremer Energie-Konsens GmbH     www.energiekonsens.de

Die Bremer Energie-Konsens  fördert Maßnahmen des Klimaschutzes und hier auch Projekte, die dem Einsatz erneuerbarer Energien dienen. So fördert die Bremer Energie-Konsens auch dieses Projekt "Solar-Spaß an Schulen". Ungeachtet dessen empfehlen wir Ihnen, die Möglichkeit einer (zusätzlichen) Förderung Ihres Schulprojektes durch die Bremer Energie-Konsens prüfen zu lassen.
Ansprechpartner ist Bernd Langer, Tel. 0421/ 376671-2.

 

Bildungsinitiative der swb     www.swb-bildungsinitiative.de

Die swb Bildungsinitiative möchte dem Thema Bildung in Bremen Impulse geben und fördert daher kreative Schulprojekte. Auch Solarprojekte an Schulen sind grundsätzlich förderfähig. Beachten Sie bitte, dass Förderanträge bis zu 2 Terminen im Jahr eingereicht werden müssen, der nächste Stichtag ist der 15. Januar 2007. 

 

Gewoba-Stiftung          (www.gewoba.de/wiss_stiftung.html)

Die Stiftung der Gesellschaft für Bauen und Wohnen dient der Unterstützung des Schulwesens in Bremen. Dabei sollen Projekte, die durch Schüler, Lehrer oder Eltern initiiert werden, besonders berücksichtigt werden.

 

Wirtschaftsunternehmen

Hier kommen als mögliche Förderer insbesondere die regional verwurzelten Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken, darüberhinaus natürlich auch alle weiteren ortsansässigen Kreditinstitute in Betracht und sollten auf jeden Fall angesprochen werden.

Darüberhinaus kann versucht werden, zumindest auch von den größeren Unternehmen vor Ort einen Beitrag zur Schulsolaranlage zu bekommen. Beste Aussichten gibt es, wenn besondere Beziehungen zwischen Schule und Unternehmen bestehen (z.B. die Kinder des Geschäftsführers die Schule besuchen).

Unternehmen der Solarwirtschaft wie Hersteller, Planungsgesellschaften und Handwerksbetriebe wollen natürlich in erster Linie mit Ihrer Leistung Geld verdienen, denn das ist ihr Geschäft. Wo ein besonderer Bezug zum Schul-Solarprojekt besteht, besteht aber manchmal auch die Bereitschaft, das Projekt durch kostenlose oder kostengünstige Angebote und Mitwirkung zu unterstützen. Fragen lohnt allemal!

Adressen von Solarfirmen findet man unter www.solarwirtschaft.de , von Solarhandwerkern unter www.zentralverband-shk.de    

Im Rahmen dieses Projekts "Solar-Spaß an Schulen" unterstützt der PV-Anlagen-Anbieter SunTechnics Schulen in ganz besonderer Weise bei der Errichtung einer Solaranlage. Näheres hierzu erfahren Sie, wenn Sie den Button "weitere Unterstützer" rechts anklicken!

 

Darlehen/Kredite

Natürlich müssen nicht alle Investitionsmittel in die Solaranlage unbedingt vorab aus Eigenmitteln aufgebracht werden.

Auch ein Darlehen kommt zur (Teil-)Finanzierung der Solaranlage in Betracht. Schließlich erwirtschaftet die Solaranlage (via Einspeisevergütung oder Energieeinsparung) einen Ertrag, der zur Bedienung des Kredits (Zinsen und Tilgung) eingesetzt werden kann. Meist reicht es schon, wenn man ein Drittel oder ein Viertel der Investition für die Solaranlage durch anderweitige Geldgeber/Sponsoren aufbringt und den "Rest" über ein Darlehen finanziert. Ist dieses (planmäßig nach 10-20 Jahren) getilgt, kann die Einspeisevergütung anderweitig verwendet werden.

Ein Kredit ist auch zur Vorfinanzierung von Kosten oft unabdingbar. 

Besonders zinsgünstige Kreditprogramme für Solaranlagen bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de ):

Für Solarstromanlagen gibt es bis zu einer Darlehenshöhe von 50.000 € seit 1.1.2005 das Programm "Solarstrom erzeugen", das allen Antragstellern (außer Kommunen), also auch privaten und gewerblichen Betreibern oder Vereinen, offensteht.  
Ende September 2006 betrug der Effektivzins nur 4,73 % bei 10-jähriger Zinsbindungsfrist. Für größere Anlagen gibt es das Kfw-Umweltprogramm.

Auch die Umweltbank (www.umweltbank.de) bietet spezielle Konditionen und viel professionelles know-how, was die Finanzierung von Solaranlagen anbelangt. Auch die KfW-Kredite können über die Umweltbank vermittelt werden. Die große Erfahrung der Umweltbank zahlt sich im Sinne einer schnellen und unkomplizierten Kreditbearbeitung aus.

Natürlich bleiben auch die Kreditinstitute vor Ort Ansprechpartner Ihrer Wahl.